DIE GESCHICHTE VON PAMINA`S TASCHE

PAMINA`S BAG STORY

DER KLEINE FUCHS IM REGEN

Es war ein Samstagmorgen. Ein sehr regnerischer Morgen. Die Art von Morgen, an dem man den ganzen Tag im Bett liegen, faul sein und einfach ein bisschen lesen und entspannen möchte. Aber einige, zu erledigende Dinge zwangen mich dazu, aufzustehen und ins Büro zu gehen. Es war nicht so weit von zu Hause entfernt, also beschloss ich, zu Fuß zu gehen. Keine Menschen in der Nähe, fast keine Autos. Eine Art von Stille, die die Straßen verloren wirken ließen.

Auf dem Rückweg – ich war in meine Gedanken versunken – sah ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Mädchen. Ich beobachtete sie und versuchte zu schätzen, wie alt sie ist: 15, 16, 18? Ihre roten Haare flogen umher und der windige Regen störte sie. Eine ungewöhnliche Schönheit, die unter einer warmen Jacke versteckt war und fokussiert auf das was sie zu tragen hat. Sie hatte einen großen Wagen mit Zeitungen. Das hat mich beeindruckt. Jung, schön, im Regen, bei der Arbeit am Samstag. Es war kein übliches Bild für die kleine Stadt, in der ich lebe. Ihr Wunsch, etwas zu tun, egal bei welchem Wetter, am Wochenende und früh am Morgen in diesem Alter beeindruckte mich. Wir überquerten zur gleichen Zeit die Straße, ich war schon fast auf der anderen Seite, als mir ein Impuls sagte, ich solle zurückgehen und herausfinden, wer dieses Mädchen ist.

Ich hielt sie an und fragte, wie lange sie diese Arbeit schon macht und ob sie nicht Lust hätte ein Praktikum bei mir zu machen und gleichzeitig drückte ich ihr meine Visitenkarte in die Hand. Ich schätze, dass meine Aktionen sie ein bisschen verwirrt haben. Erschreckt hat sie sich anscheinend nicht, weil sie am Montag anrief und schon in den nächsten Tagen versuchte möglichst viel über Taschen und Leder zu lernen und sie sehr geduldig einige langweilige Aufgaben am Computer erledigte. Wir lernten uns sehr bald besser kennen und als ich ihre Leidenschaft zum Schreiben entdeckte und ihre ersten Geschichten gelesen hatte, war ich überrascht WIE talentiert sie ist.

So jung und so gutschreibend. Auch wenn ich die deutsche Sprache nicht perfekt spreche (die englische eigentlich auch nicht), konnte ich deutlich erkennen, was für ein gutes Gefühl sie für Sprache hat. Dadurch lernte nicht sie etwas von mir, sondern ich von ihr. Ich lernte und lerne immer noch von ihr, wie sich deutsche Sprache anfühlen kann. Und ich freue mich, nach 3 Jahren der gegenseitigen Unterstützung, ihre Geschichten in ihrem Blog zu lesen. Ihre mühelose Art zu sein hat mich zu einer Tasche inspiriert. Eine Tasche, die ihren Namen trägt: Pamina.